10. Mai 2017

Südafrika März 2017: Transvaal mit Krügerpark


Burchell`s Zebra, eine Unterart des Steppenzebras, im Rietvlei-Schutzgebiet  - Foto Ulrike Wizisk

von 
Ute Schreiber 
mit Ergänzungen von Ulrike Wizisk


Dienstag, 28. Februar 2017

Die Reise - es sind die Verlängerungstage zur ornithologischen Reise "Vögel im Land der Zulu"; (Bericht dazu kommt später) - beginnt in Johannesburg. Unserem erprobtem Guide Bert steht nun Gavin zur Seite, nachdem wir uns von Nic verabschiedet haben, der uns während der Hauptreise begleitet hat. Nach einem ausgiebigen Früstück verlassen wir gegen 8 Uhr bei schönem Wetter die Africa Sky Lodge und fahren zunächst Richtung Pretoria, wo wir das Rietvlei Naturschutzgebiet besuchen. Im dichten Schilf am Rande des Rietvlei-Damms tummeln sich zahlreiche Oryxweber, die - obwohl vielleicht nicht die „begehrtesten“ Vögel der Reise – in ihrem leuchtend roten Brutkleid immer für ein Foto (oder auch mehrere) gut sind. Von einem Versteck aus beobachten wir u.a. Afrika-Schlangenhalsvogel, Weißbrustkormoran und Riedscharbe. In diesem kleinen aber feinen Reservat sehen wir auch unseren ersten Strauß der Reise; weitere Neuheiten sind Weißflügeltrappe, Graulärmvogel, Spiegelweber, Brustbrandprinie, Karoo-Drossel und Akaziendrossel.

von links: Weißflügeltrappe, Akaziendrossel  - Fotos Ulrike Wizisk

Unter den Säugetieren faszinieren - neben verschiedenen Antilopenarten, Ellipsen-Wasserbock und dem relativ seltenen Weißschwanzgnu - vor allem die „vornehmen“ Blässböcke und die zutraulichen Steppenzebras, die unsere beiden Fahrzeuge beinahe umzingeln. Aber auch Großwild ist vertreten, und wir haben das Glück ein paar Breitmaulnashörner und sogar eine Gepardin mit ihren Jungen zu beobachten, die vorübergehend die Vogelwelt in den Schatten stellen.

Gepardin mit Jungen  - Foto Ulrike Wizisk


Nach dem Mittagessen, das in dem zum Reservat gehörenden Coffee Shop eingenommen wird, geht es weiter Richtung Osten, in die Provinz Mpumalanga (ehemals Osttransvaal). Die ungefähr vierstündige Fahrt wird unterbrochen durch einem Pitstop an einer Autobahnraststätte, die ihrem Clientele neben den üblichen Annehmlichkeiten auch einen Wildtierpark mit Nashörnern, Straußen und verschiedenen Antilopen bietet. Bei Belfast biegen wir nach Norden ab, und erreichen am späten Nachmittag unser Tagesziel Dullstroom, einen kleinen Erholungsort in den Transvaal-Drakensbergen, der fast ausschließlich von Angelsportlern lebt. Dort entgehen wir gerade noch dem einsetzenden Regen.


Mittwoch, 1. März 2017

Bereits um 6 Uhr brechen wir auf zur Vogelexkursion zu einem Stausee in der Umgebung von Dullstroom. Noch liegt Morgennebel über der Landschaft, der jedoch bald wieder einem strahlend blauem Himmel weicht – nach dem Regen der vergangenen Woche (Ausläufer eines Zyklons!) eine mehr als willkommene Abwechslung. Die Vogelbeobachtung ist allerdings weniger erfolgreich, aber uns erfreuen blühende Gladiolen. Dann geht es erstmal zum Frühstück ins „Rose Cottage“.

Gladiolen und Oliventaube  - Fotos Ulrike Wizisk

Nächstes Ziel ist das Verloren-Vallei-Naturschutzgebiet auf dem 2000 bis 2250 m hochgelegenen Steenkampsberg-Plateau, das mit seinem Netzwerk von Feuchtgebieten unterbrochen von welligem Grasland als Ramsar Site (Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung) gilt.

Birding im "Verloren Vallei"   - Foto Ulrike Wizisk

Leider ist nach dem Regen der letzten Tage die Schotterpiste nicht bis zum Ende passierbar, sodass wir das Brutgebiet der hier lebenden Kraniche nicht erreichen, doch werden wir mit einer Kafferntrappe entschädigt. Im übrigen machen einheimische Bäume und Wildblumen darunter verschiedene Orchideen, Gladiolen und Proteen das Reservat zu einem beliebten Aufenthaltsort für Schmetterlinge, die einige Reiseteilnehmer in Entzücken versetzen.

Kafferntrappe und Einzelblüte einer Kandelaberlilie


Inzwischen ist es Mittagszeit geworden und wir machen eine kurze Pause in Lydenburg zum „Essen fassen“, wo wir auch eine Stockente (die einzige der Tour) sichten. Im Osten ziehen schon wieder drohende Wolken auf, die sich kurz darauf entladen, und der Rest der Tagesstrecke vollzieht sich in strömendem Regen. Ziemlich durchgeschüttelt auf der aufgeweichten Piste erreichen wir die Mount Sheba Lodge im Herzen der Transvaal-Drakensberge, wo die Sonne gerade rechtzeitig wieder erscheint, um einen Rundgang auf dem ausgedehnten Gelände zu ermöglichen, das durch seinen Bestand afromontanen Bergwalds gekennzeichnet ist. Zahlreiche Fußpfade führen durch den dichten Busch.

Afromontaner Wald am Mount Sheba

Donnerstag, 2. März 2017

Natürlich beginnt der Tag wieder mit einer Frühexkursion, denn der Wald am Mount Sheba birgt so manche ornithologische Kostbarkeit. Im morgendlichen Sonnenlicht wirkt der Wald gleich weniger finster und wir wagen uns weiter hinein als am Vortag. Trotzdem gibt es feuchte Kleidung von der noch tropfnassen Vegetation, doch wird der Einsatz belohnt u.a. belohnt mit der Beobachtung eines Sternrötels, den wir neu auf die Liste dieser Reise setzen können. Das Fotografieren von unruhigen Kleinvögeln im dichten Wald ist eine Herausforderung und viele Bilder enstehen mit hohen ISO-Zahlen. Weißkehlmeerkatzen beäugen uns neugierig bei unserer "Arbeit", halten aber Abstand.

von oben links: Sternrötel, Kapschnäpper, Halsbandfeinsänger, Grauschnäpper   - Fotos  Ulrike Wizisk

Nach dem Frühstück "birden" wir uns langsam entlang der von dichtem Wald gesäumten Straße in der Nähe der Lodge, wobei ein farbenfroher Schalowturako, der „Wappenvogel“ unser recht feudalen Herberge für die Nacht, das Highlight des Morgens darstellt. Auch den Goldrückenspecht beobachten wir noch ausgiebig. Beide Arten können wir nur am Mount Sheba auf unsere Liste setzen.

Goldrückenspecht und Schalowturako  - Foto Ulrike Wizisk

Von Mount Sheba geht es anschließend nach Pilgrim’s Rest, einer alten - zu einer Art Open Air Museum umgewandelten - Goldgräberstadt aus der Zeit des Transvaal Goldrauschs, wo wir einen kurzen kulturellen Zwischenstop einlegen, der von einem nahrhaftem Pfannkuchenlunch in Graskop, dem „Gateway zur Panorama Route“, gefolgt wird.

links: alte Goldwaschanlage am Mount Sheba, rechts: Pilgrim's Rest  - Fotos Ute Schreiber

So gestärkt machen wir uns auf zu den Sehenswürdigkeiten besagter Panorama Route - einer Straße gesäumt von Wasserfällen, phantastischen Aussichtspunkten, beeindruckenden Felsformationen und Orchideenwiesen. Erstes Ziel ist „Wonder View“, ein Aussichtspunkt von dem man – an guten Tagen - von der Höhe des Escarpments über das beinahe 1000 m tiefer gelegene Lowveld bis zu den Lebombobergen an der Grenze zu Mozambik sehen kann. Heute ist es leider etwas zu diesig dazu, doch auch so ist der Anblick beeindruckend.


Panorama Route - Fotos Ute Schreiber
oben links: ‚Wonder View‘, oben rechts: Berlin Falls
 unten links: Bourke’s Luck Potholes, unten rechts: Blyde River Canyon

Als nächstes kommt der Berlin-Wasserfall, benannt nach der gleichnamigen Farm eines vermutlich heimwehkranken Berliners. Nach dem Regen zeigt sich jetzt der 80 m hohe Fall recht spektakulär, obwohl die Wassermassen bereits wieder im Abflauen begriffen sind. Wasserkraft wird auch bei unserem nächsten Halt, den Bourke’s Luck Potholes, veranschaulicht. Hier haben die herabstürzenden Wasser des Treur (Trauer) Rivers mehrere enorme Kolke aus dem felsigen Flußbett des Blyde (Freude) Rivers gemeißelt. Der Zusammenfluss der beiden Wasserwege mit den eingängigen Namen bildet gleichzeitig den Anfang des drittgrößten Canyons der Welt, des Blyde River Canyons, der den letzten Punkt unserer heutigen Besichtigungstour darstellt.

Natürlich wurde neben den zu bewundernden Aussichten auch der Vogelwelt gebührende Aufmerksamkeit gezollt. Zu den neuen Arten des Tages gehören Lannerfalke, Sternrötel und Waldraupenfänger, aber auch einige schon dagewesene: Kaffernadler, Turm- und Baumfalke, Geierrabe, Drakensberg-Prinie und Fahlschulterschmätzer erscheinen wieder auf der Liste. Besonders kooperativ mit den Fotografen waren ein Langschwanz-Zistensänger und eine Witwenstelze.

von links: Witwenstelze und Langschwanz-Zistensänger - Fotos Ulrike Wizisk

Freitag, 3. März 2017


Bereits zur Gewohnheit geworden, möchte man den morgendlichen Spaziergang kaum noch missen. Heute geht es beim ersten Morgenlicht hinunter in die Schlucht des Blyde River, wo wir dem „Tufa Trail“ folgen, der an einigen rezenten wie auch fossilen Sinterkalkablagerungen vorbeiführt.

Sinterkalkablagerungen in der Blydeschlucht  - Foto Ute Schreiber
Ornithologisch wird heute morgen vor allem der Narinatrogon gesucht, der sich jedoch trotz wiederholten Lockens nicht kooperativ zeigt. Aber wir können schließlich noch den Goldstirn-Bartvogel neu auf unsere Liste setzen. Die Vogelbeobachtung wird während des Frühstücks, das auf der Terrasse des Self-Serve Restaurants in dem weitläufigen Blyde Dam - Resort eingenommen wird, fortgesetzt; danach brechen wir auf Richtung Kruger National Park, dem unumstrittenen Höhepunkt dieses Reiseabschnitts.

Goldstirn-Bartvogel  Pogoniulus chrysoconus extoni   -  Foto Ulrike Wizisk


Auf dem Weg dorthin gibt es noch eine Überraschung. Ein lokaler Guide zeigt uns einen der seltenen Taitafalken, der an einem ca. 70 m hohen Sandsteinkliff nistet – ein unerwarteter Bonus, denn weltweit sind nur um die 50 Brutpaare bekannt.

Taitafalke  (Falco fasciinucha)  - Foto Ulrike Wízisk

Gegen Mittag erreichen wir das Orpen Gate, wo wir in die offenen Safarifahrzeuge umsteigen, die uns während unseres Aufenthalts im Kruger National Park zur Verfügung stehen. Nachdem das Gepäck verstaut ist, geht es zum Orpen Camp, wo erst einmal Mittagspause gemacht wird.

Safari im Krügerpark  -  Foto Ulrike Wizisk
Danach beginnt die „Safari“. Von nun an geht es nur noch langsam vorwärts, mit unzähligen Foto-/Beobachtungsstop. Um die 80 Vogelarten werden auf der ca. 50 km langen Strecke (für die wir mehr als 4 Stunden brauchen) zu unserer ersten Unterkunft in Satara gesichtet. Zu den neuen Arten gehören verschiedene Tokos, Kuckucke und Adler, sowie ein Marabu, der sich hochoben auf einem der vielen abgstorbenen Bäume den Kameras präsentiert. Blauracken und eine gelegentiche Gabel- oder Strichelracke sitzen in exponierter Stellung auf Büschen entlang der Straße, und warten darauf fotografiert zu werden!

von links oben: Marabu, Strichelracke, Kapkuckuck, Gelbschnabeltoko - Fotos Ulrike Wizisk







Auch an Säugetieren herrscht kein Mangel, obwohl der erste Teil der Fahrt in der Tageshitze stattfindet. Für Zebras, Streifengnus und Impalas wird bald nur noch angehalten, wenn sie sich besonders effektvoll in Szene setzen. Giraffen und Elefanten, die ebenfalls gut vertreten sind, genießen ob ihrer imposanten Erscheinung mehr „Respekt“ und besonders Elefantenherden mit Jungtieren verursachen immer wieder Verkehrsstaus. Gegen sechs Uhr erreichen wir Satara – gerade rechtzeitig, denn mit dem Einbruch der Dämmerung werden die Tore „dicht gemacht“, gleichermaßen zur Sicherheit von Mensch und Tier!

Elefanten im Kruger National Park  - Foto Ulrike Wizisk
Samstag, 4. März 2017
Da wir noch eine weitere Nacht in Satara verbringen, herrscht heute „Safari-Alltag“ mit Morgen- und Nachmittagspirschfahrten unterbrochen von einer langen Siesta, während der größten Hitze. Zum Wachwerden morgens gibt es Kaffee und Rooibostee mit Rusks, einem lokalen Zwiebackersatz, dann geht es los bei jetzt noch sehr angenehmen Temperaturen. Im frühen Morgenlicht haben einige das Glück einen Leoparden zu sehen, der vor uns gemächlich die Straße überquert um danach im hohen Gras zu verschwinden. Trotz längeren Wartens taucht er nicht wieder auf, und so fahren wir schließlich weiter um durchgegebenen Nachrichten über ein Löwenrudel nachzugehen.


Leopard  -  Foto Hildegard Limke

King of the Road   -   Foto Ulrike Wizisk

Bei unserer Ankunft blockieren zwei der stattlichen Raubkatzen die Fahrbahn, anscheinend sich voll ihres Vorrechts bewusst, und Fotoapparate klicken im Dauerfeuer. Schließlich ist die Vorstellung vorbei und die Darsteller ziehen sich in den Schatten unter der Brücke zurück, denn es wird langsam heiß!

Damit keine Tiere von eventuell knurrenden Mägen irritiert werden, wird bei einem kleinen Rastplatz mit Aussichtsplattform Pause gemacht, wo Bert und Gavin wiederum Kaffee und Rusks servieren. Ferngläser und Kameras bleiben natürlich stets griffbereit, und Bert zeigt uns einen kleinen Sharpe Greisbock.

Letzte Station des Morgens - abgesehen von den unvermeidlichen Gelegenheitsstops, wenn immer sich etwas Interessantes zeigt – ist ein Fotoversteck am N’wanetsi Fluss, vor dem sich mehrere Nilpferde tummeln. Von Zeit zu Zeit erhebt sich ein Kopf über die Wasseroberfläche, aber meistens hört man nur ihr Schnaufen. Zwei junge Elefantenbullen durchqueren die nahe Furt, Bärenpaviane lärmen um die Beobachtungshütte herum, und auf einem Baum am Flussufer hält ein Schreiseeadler nach Beute Ausschau – eine afrikanische Idylle!

Foto Ulrike Wizisk
Bärenpaviane  - Fotos Ulrike Wizisk

Bei der Rückkehr ins Camp gegen 11 Uhr verzögern zwei großäugige Galagos (Bush Babys) im Baum vor dem Restaurant den Brunch; danach ist Ruhepause, die die meisten jedoch mit diversen Aktivitäten wie einem Bummel im gut bestückten Souvenirshop/Supermarkt oder mit Birding verbringen. Ein kurzer Regenschauer bringt kaum Erfrischung sondern erhöht nur noch die Luftfeuchtigkeit, doch der Nachmittagspirschfahrt tut das keinen Abbruch. Neben weiteren Elefantenherden, Giraffen, Zebras, Gnus und Impalas, können wir die Liste der „Big Five“  mit Nashorn und Kaffernbüffel vervollständigen.

Foto Ulrike Wizisk
Savannenadler - Ulrike Wizisk

Zu den neuen Vogelarten heute gehören u. a. Ohrengeier, Savannenadler, Scharlachspint, Braunkopfpapagei, Graukopfwürger und Brillentaube.
Nach dem Abendessen brechen einige von uns zu einer 2-stündigen Nachtfahrt auf, die jedoch kaum die hohen Erwartungen erfüllt. Obwohl wir u. a. Hyäne, Falbkatze, Löwe, Elefanten und einen schlafenden ...geier sehen, gleicht die von der Parkverwaltung angebotene Veranstaltung eher einem „Amüsement“ als einem „ernsthaften“ Game Drive


Sonntag, 5. März 2017

Südlicher Rotschnabeltoko mit Heuschrecke  - Foto Ulrike Wizisk  (während des Frühstücks im Satara-Camp)


Nach einem frühmorgendlichen Rundgang durch die Campanlage gibt es beim Frühstück schlechte Nachrichten: Das Wetterleuchten, das wir am Vorabend in der Ferne bewundert haben, hat weitere starke Regenfälle in den Bergen gebracht, und fast alle Brücken im Nationalpark sind wegen Überflutung gesperrt. Nach verschiedenen Versuchen unser Tagesziel Skukuza auf Umwegen zu erreichen, geben wir auf, und richten uns auf eine weitere Nacht in Satara ein. Zum Glück hat die Reiseleitung nicht geschlafen, und sich rechtzeitig um neue Reservierungen gekümmert!

Obwohl das Programm durch die Launen des Wetters aus den Fugen geraten ist und wir einige der Straßen zum wiederholten Male fahren müssen, bringen wir es auf immerhin 77 Vogelarten, darunter 6 neue. Zu den letzteren gehören Afrika-Zwergohreule (die nach langer Suche endlich bei unserem ersten Picknickstop Sweni aufgespürt wird, und dafür verantwortlich ist das manchen der Kaffee kalt wird), Kappengeier, Wollkopfgeier und der bedrohlich aussehende Kaffernhornrabe.

von links: Afrika-Zwerohreule, Kaffernhornrabe  -  Fotos Ulrike Wizisk

Zwar nicht mehr neu auf dieser Tour, aber deswegen nicht weniger interessant sind Kampfadler, Schwarzbauchtrappe, Riesenglanzstar, Weißbauch-Nektarvogel und Rotschnabel-Madenhacker (auf einer Kudukuh sitzend).

Rotschnabel-Madenhacker auf Kudu  -  Foto Ulrike Wizisk
Eine kleine Tragödie gibt es kurz vor dem Camp, wo drei kleine Frankoline mitten auf der Straße verzweifelt nach ihrer Mutter rufen und schließlich – vermutlich vor einem nahenden Greif – blitzschnell ins hohe Gras flüchten! Der Abend findet uns wieder in Satara mit einer langen Etappe von ca. 200 km am morgigen Tag vor uns... 


Montag, 6. März 2017

Bereits um viertel vor sechs treffen wir uns bei strömendem Regen und Gewitter in Gavin’s Hütte zum Morgenkaffee. Dabei gibt es einige, ob des „ungemütlichen“ Wetters, zweifelnde Gesichter, doch unsere Guides scheinen unsere Befürchtungen nicht zu teilen. Ausgerüstet mit Regenponchos und Decken besteigen wir die teilweise mit Planen verhangenen Fahrzeuge - und schon bald lässt der Regen etwas nach. Kameras werden wieder aus den improvisierten Verpackungen hervorgeholt, denn die Tierwelt scheint das nasse Wetter nicht zu beeinträchtigen. Ein Schabrackenschakal macht übermütige Sprünge, für eine Weile haben wir einen der seltenen Afrikanischen Wildhunde im Visier, und werden danach Zeugen wie eine Hyänenmutter am Straßenrand ihre Jungen säugt.

Von links: Afrikanischer Wildhund, Tüpfelhyäne  - Fotos Ulrike Wizisk

Soviel Action macht Appetit, und daher wird erstmal in Tshokwane, einem beliebten Picknickplatz, Frühstückspause gemacht. Eine Horde Südliche Grünmeerkatzen und die allgegenwärtigen Glanzstare (die allerdings in dem trüben Licht weniger bunt schillern) warten schon auf ihren Anteil... 

Leicht verregnete Frühstückspause in Tschowane - Fotos Ute Schreiber

Sobald Eier und Speck verzehrt sind, hört es auch auf zu regnen und die Sonne kommt raus. Zwar haben wir wegen der doppelten Tagesstrecke nicht soviel Zeit zum Bummeln (Beobachten) wie geplant, doch gibt es immer noch genügend Highlights, die einen ausgiebigen Fotostop rechtfertigen. Dazu gehören ein paar Rotschopftrappen, die sich direkt neben unseren Wagen präsentieren, zwei Geparden (ein echter Glücksfall) und eine kleine Gruppe Breitmaulnashörner.

Den roten Schopf der Rotschopftrappe sieht man nur selten!  Foto Ulrike Wizisk
Geparden - Foto Ulrike Wizisk

Gegen Mittag erreichen wir schließlich die Brücke über den Sabie River, die gestern gesperrt war. Die Auswirkungen der Flut sind noch gut zu sehen, aber an den Ufern sonnen sich bereits wieder einige Krokodile.
Da wir erst gut die Hälfte unserer Tagesstrecke zurückgelegt haben, beibt für die Mittagspause nicht viel Zeit. Nachdem wir uns verproviantiert (und auch wieder einige Souvenirs gekauft haben) geht es weiter Richtung Skukuza, dem Sitz der Parkverwaltung. Entlang der Flussufer entdecken wir einige Nilpferde und Büffel, jedoch in größerer Entfernung, sowie u. a. Graureiher, Goliathreiher, Weißstirn-Regenpfeifer, Blaustirn-Blatthühnchen, Graufischer und Riesenfischer. Beeindruckend sind auch die gewaltigen Nestkonstruktionen der Büffelweber.

Büffelweberkolonie - Foto Ute Schreiber


Nach kurzen Halten in Nkuhlu und Skukuza und diversen kleineren Detours, rettet Gavin ein Chamäleon vor dem Unfalltod auf der Straße – dann haben wir die letzte Unterkunft unserer Reise, Pretoriuskop, erreicht.

links: Blick von einem Granitkoppie im Südwesten des Krugerparks, rechts: Chamäleon - Foto Ute Schreiber

 

Das letzte Abendmahl der Reise wird im lokalen Wimpy-Restaurant, dem einzigen gastronomischen Etablissement am Ort, eingenommen und mit Sekt begossen, denn insgesamt wurden auf der 3-wöchigen Reise 420 (!) Vogelarten gesehen – dank der guten Organisation durch die lokale Agentur, kompetenten Guides und einer ko-operative Vogelwelt.

Dienstag, 7. März 2017

Vor dem letzten gemeinsamen Frühstück machen wir einen letzten gemeinsamen Rundgang durch die Anlage. Von Gavin versprochen – und geliefert – wird ein Scharlachweber, eine weitere neue Art für die Vogelliste! Desweiteren gesichtet werden Maskenpirol, Glanzhaubenturako, der farbenfrohe Senegalliest und jede Menge Helmperlhühner, die zwischen den Hütten und Campsites flanieren, sich sogar lebensmüde auf die bereitstehen Grillroste setzen...

Nachdem die Koffer wieder in die autobahntüchtigen Kleinbusse verladen sind, brechen wir gegen halb zehn auf zu der ca. 4-stündigen Fahrt zurück nach Jo’burg. Vom Numbi Gate geht‘s Richtung White River und Nelpruit, wo wir die Autobahn erreichen.

Ein kleiner Abstecher über eine Nebenstrecke gibt noch einmal Gelegenheit, die Landschaft der nördlichen Drakensberge zu bewundern, bevor wir bei Machadodorp wieder zur Autobahn kommen. Letzter Beobachtungsstop ist ein kleiner Damm hinter Belfast, an dem reges Vogelleben herrscht. U. a. sehen wir Kaplöffelente, Großer Brachvogel, Kampfläufer, Weißbürzel-Strandläufer, Weißflügel-Seeschwalbe und Kammblässhuhn. Danach werden werden Ferngläser und Kameras verpackt, dann sind wir endgültig auf dem Weg zum Flughafen, wo uns Bert und Gavin fürsorglich zu den diversen Check-In Counters geleiten.


Kammblässhuhn  - Foto Ulrike Wizisk

Übrigens: Diese Reise und weitere TERRA-UNICA-Touren in Afrika findet man hier