27. Juni 2017

Rumänien 2017: Donaudelta & Dobrudscha

Rosapelikane (Pelecanus onocrotalus)
In der ersten Juni-Hälfte 2017 war eine TERRA-UNICA-Gruppe in Rumänien unterwegs. Ziel war das Donaudelta und sein Hinterland in der Dobrudscha.


Zuerst erkundeten wir die verschiedenen Habitate in der Dobrudscha. Besonders interessant ist die Steppenvegetation, die sowohl auf felsigem Untergrund als auch auf Lössböden ausgebildet ist.

Echtes Federgras (Stipa pennata) - eine typische Steppenpflanze
Steile Lösswände bieten vielen Vogelarten Nistmöglichkeiten. Hier graben Uferschwalben, Bienenfresser und Blauracken ihre Brutröhren. Andere nutzen schon vorhandene Hohlräume zur Aufzucht ihrer Jungen.

Bienenfresser (Merops apiaster) vor einer Lösswand
Brutplatz eines Turmfalken (Falco tinnunculus) in einer Lösswand


Im Macin Mountain National Park beobachten wir Ziesel. Ornithologisch sind wir u.a. mit Isabellsteinschmätzer, Schwarzstirnwürger und Ortolan erfolgreich. Und auch die Insektenfreunde kommen auf ihre Kosten.

Schwarzstirnwürger (Lanius minor)
Wanderung im Macin Mountains National Park


Kaisermantel (Argynnis paphia) und ein Dickkopffalter

Von vielen Bergrücken in der Dobrudscha hat man einen weiten Blick auf die Schwemmebene der Donau mit ihren (Alt-)Armen und Seen/Lagunen.

Blick von der Burg Enisala auf den Lacul Babadag
Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe) in der Felssteppe bei der Burg Enisala

In der Dobruscha gibt es aber auch einige ausgedehnte Waldgebiete, wie z.B. den Babadag-Wald. Bei unseren Exkursionen in den Waldhabitaten waren der Zwergschnäpper und einige Orchideenarten unter den Highlights.

Zwergschnäpper (Ficedula parva)
Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)


Ein echter Hingucker in der landwirtschaftlich genutzten Dobrudscha sind die "Mohnfelder", an denen wir uns gar nicht satt sehen konnten.
Klatschmohn (Papaver rhoeas) mit Orientalischem Rittersporn (Consolida orientalis)
Zum Abschluss unseres Aufenthalts Hinterland des Donaudeltas fahren wir zur Schwarzmeerküste unweit des römischen Histria. Leider waren die dortigen Feuchtgebiete in diesem Jahr weitgehend trocken, was die die Beobachtungsmöglichkeiten einschränkte, aber ein außergewöhnliches Erlebnis war ein rufender Wiedehopf, der direkt neben einem Ziesel saß!

Schwarzmeerküste
Ziesel und Wiedehopf


In der zweiten Hälfte der Reise ging es dann in eine ganz andere Welt. Per Boot fuhren wir von Tulcea ins Delta. Wir hatten doppeltes Pech an diesem Tag: Leider stand uns nur ein "offenes" Boot zur Verfügung und es war ein Regentag. Und trotzdem machten wir wunderschöne Beobachtungen.

Seeadler (Haliaeetus albicilla)
Eisvogel (Alcedo atthis)
Rothalstaucher (Podiceps grisegena)
Krauskopfpelikan (Pelecanus crispus)
Rosapelikan (Pelecanus onocrotalus)
Die wohl auffälligste und häufige Vogelart im Delta ist der Rosapelikan. Wir sahen auch erfreulich viele Krauskopfpelikane, die meist eher einzeln herumschwimmen, während ihre Verwandten in großen Gruppen auftreten.

Sehr zahlreich sind auch die diversen Reiherarten. Besonders gefielen uns die Rallenreiher, die sich jetzt noch im Prachtgefieder präsentierten.

Rallenreiher (Ardeola ralloides)
Nachtreiher (Nycticorax nycticorax)
Graureiher (Ardea cinerea) mit Beute

Eine "Spezialität" des Donaudeltas sind die Braunen Sichler, die man ansonsten in Europa nicht an vielen anderen Lokalitäten sehen kann.

Braunsichler (Plegadis falcinellus)

Doch nicht nur die Tierwelt fasziniert im Delta, allein eine Fahrt durch die Wasserwelt ist ein Erlebnis. Mit unserem Schiffchen fuhren wir durch enge Kanäle und erreichten immer wieder große, offene Wasserflächen. Seelilien, Teichrosen, Seekanne, Krebsschere, Pfeilkraut, Wassernuss und viele andere Pflanzen besetzen die unterschiedlichen ökologischen Nischen dieses aquatischen Lebensraums.

Fahrt durchs Donaudelta
Blühende Krebsschere (Stratiotes aloides)
Rosapelikane und Kormorane auf einem der "Seen" im Donaudelta
Festen Boden hat man im Delta nur an wenigen Stellen unter den Füßen. Wir besuchten die großen Sandinseln Letea und Caraorman. Auf beiden befinden sich Dünengebiete und Wälder mit einer besonderen Floren- und Faunengemeinschaft.

Sandvegetation und Wald auf Letea
Ansiedlung auf  Caraorman

Sumpf-Knabenkraut (Anacamptis palustris) auf  Caraorman
Während unserer Fahrten durch das Delta sahen wir so gut wie alle typischen Vogelarten (mehr als in diesem Kurzbericht aufgeführt!). Leider hatten sich in diesem Jahr keine großen Schwimmteppiche aus Wasserpflanzen ausgebildet (War es zu lange kühl im Frühjahr? Oder fahren zu viele Boote zu schnell und reißen die Pflanzen aus?). Deshalb fanden wir keine großen Seeschwalbenkolonien. Doch wurden wir durch viele interessante andere Sichtungen entschädigt. So sahen wir z.B. viele der seltenen Moorenten. Auch konnten wir oft die Vögel "in Aktion" beobachten z.B. beim Starten und Landen, bei der Suche nach und mit gefangener Beute - und auch einen Weißstorch, der seinen Jungen nicht nur Nahrung sondern auch Wasser brachte.

Rohrweihe mit den Resten eines Blässhuhns
Weißstorch versorgt seine Jungen
Startende Moorenten (Aythya nyroca)
Nebelkrähe mit Fischchen

Die Donaudelta-Exkursionen endeten in Tulcea, wo wir auch mit dem Boot gestartet waren. Von dort ging es dann am nächsten Tag zum Flughafen nach Bukarest.

Mehr Wissenswertes über die Donaudelta-Region auf www.terrablick.de

Infos über TERRA-UNICA-Reisen nach Rumänien auf www.terra-unica.de


Text und Fotos von Ulrike Wizisk

 




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